Harnsteinarten

Xanthin (2,6-Dihydroxypurin)

Xanthinsteine sind relativ selten. Sie können bei einer Xanthinurie auftreten. Ursache der gar nicht so seltenen Xanthinurie ist ein genetisch bedingter Defekt der Xanthinoxidase. Da Xanthin aber medizinisch gesehen relativ gut wasserlöslich ist, treten nur bei etwa 40 % der Betroffenen Harnsteine auf. Eine Xanthinurie kann auch bei Behandlung mit Allopurinol auftreten. Allopurinol hemmt die Xanthinoxidase und wird als Medikament zur Senkung des Serum-Harnsäurespiegels (vor allem bei Gicht-Patienten) eingesetzt. Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr kann im Harn eine, für eine Steinbildung, kritische Xanthin-Konzentration erreicht werden. Eine erhöhte Xanthinkonzentration kann im Blut nachgewiesen werden.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Xanthin

©Doruk Salancı

Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat-Hexahydrat)

Etwa 11 % der Nierensteine beim Menschen sind „Struvitsteine“ und die häufigste Art von Nierensteinen bei Kindern (etwa 93 %). Sie bilden sich in alkalischem Urin. Ursache der Alkalisierung sind Bakterien – vor allem Proteus mirabilis – meist infolge einer Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) aufgrund eines aufsteigenden Harnwegsinfekts. Ausgangsstoff ist Harnstoff, der durch das bakterielle Enzym Urease zu Ammoniak abgebaut wird.

Unter den Haustieren sind besonders häufig Hauskatzen von Struvitsteinen betroffen. Bei ihnen kommen Struvitkristalle infolge des hohen pH-Wertes und der hohen Ammoniumkonzentration auch ohne Infektionen vor. Bei Haushunden dominieren ebenfalls Struvitsteine. Sie machen etwa 50 % aller Harnsteine aus, wobei ihr Anteil durch diätetische Maßnahmen in den letzten 20 Jahren leicht gesunken ist.

Zur Behandlung von Struvitsteinen können häufig ansäuernde und damit steinauflösende Diäten eingesetzt werden. Größere Steine werden in der Tiermedizin vor allem chirurgisch mit Eröffnung der Bauchdecke und Harnblase entfernt.

Quellen:

© Kempf EK

Weddellit (Calciumoxalat-Dihydrat)

Durch Einlagerung anderer Urinbestandteile entstehen stabile Weddellit-Kristalle, die sich zu größeren Steinen zusammenlagern können. Weddellit-Steine kommen vor allem bei Hunden und Katzen vor.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weddellit#cite_note-5

Whewellit (Calciumoxalat-Monohydrat)

Whewellit kann im Urin auskristallisieren und zur Bildung von Harnsteinen führen. Ursache ist meist eine hohe Oxalsäure- oder Calciumoxalataufnahme mit der Nahrung (Sauerampfer, Spinat, Mangold, Rote Beete, Kakao). In der Tiermedizin treten Whewellit-Steine vor allem bei Hunden und Katzen immer häufiger auf.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Whewellit#cite_note-Hesse-6

Weiterführende Links