Blasensteinschwein

Über Teddy

Nachruf

In ewiger Liebe

Teddy, Bruder, Freund, Hängemattenbauer, Lehrmeister, Familienmitglied, Schneckenreiter, Kragenschwein, Mäusezahn – Man hat dich vieles genannt, doch keines dieser Worte kann auch nur annähernd beschreiben wer du warst und was du uns bedeutet hast. Genau aus diesem Grund fällt es mir nicht leicht die richtigen und angemessenen Worte zu finden. Keine Erinnerung kann dein Wesen ersetzen, kein anderes Leben es widerspiegeln, auch wenn wir alle einen Teil von dir in uns weitertragen.

Am 10. Mai stand unsere Welt für einige Momente still. Vor genau 8 Tagen haben wir einen kleinen Helden verloren, einen Kämpfer und eine herzensgute Seele. Einmal mehr stehen wir nun hier um uns gemeinsam von einem geliebten Freund zu verabschieden. Ich bin dankbar um jeden, der deiner Beerdigung beiwohnt. Doch es kommt nicht auf die Anzahl derer an, die heute hier sind, sondern auf die Liebe derer, denen du Zeit Lebens ans Herz gewachsen bist, denen du Trost und Lebensfreude gespendet hast und denen du gezeigt hast auf was es im Leben wirklich ankommt.

Du warst und bleibst ein Teil unseres Lebens. Nichts wird daran jemals etwas ändern.

Ich kann es immer noch nicht richtig fassen. Die traurige Wahrheit ist, dass man erst schmerzhaft erkennt was man verloren hat, wenn es nicht mehr da ist.

Vor 5 Jahren bist du bei uns – zusammen mit Willi – eingezogen und hast dein Zuhause gefunden. Du warst eine der Grundpfeiler unserer heutigen Meerschweinchengruppe. Durch dich konnten wir lernen. Kommende Generationen können durch dich das Leben leben was sie verdienen und es genießen.

Du hast es alles andere als leicht gehabt und Unbeschreibliches zu erdulden: Verlust, Schmerz, Unterdrückung und Angst. Es ist kein Trost zu wissen, dass du jetzt frei bist, frei von all diesen schlimmen Gefühlen, denn wir haben etwas Wichtiges in unserer Mitte verloren. Nun hast du deine letzte Reise angetreten. Eine Reise auf der wir dich leider nicht begleiten können.

Kein anderes unserer Schweinchen hat mehr Einsamkeit erfahren und lernen müssen nachzugeben und sich unterzuordnen. Aber auch kein anderer war so einfallsreich, kein anderer konnte einen so in den Bann ziehen und verzaubern. Durch deine Art und Weise warst du in aller Munde. Jeder der unsere Lieblinge kennt, kennt auch deinen Namen. Immer wieder warst du und dein Name der Mittelpunkt von Späßchen, so wie auch heute noch. Das macht dich in vielen Dingen unerreicht und sucht seinesgleichen – ein funkelnder Stern am unendlichen Nachthimmel.

Jeder Moment, den wir mit denen verbringen die uns lieb und teuer sind, ist unbezahlbar und kostbar. Wie Epikur von Samos einst sagte: „Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.“ Du bist ein wahrer Freund und ich bin glücklich dich so nennen zu dürfen.

Ich konnte dir stundenlang zusehen, wie du es dir gemütlich gemacht hast, wie neugierig und zutraulich du warst, wie dir das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist, wenn du etwas leckeres entdeckt hattest und du dir deswegen über dein Mäulchen gestreichelt hast. Du wusstest immer, wie man es sich bequem macht. Und in den letzten Wochen warst du auch für unseren Neuzugang Happy ein großes Vorbild und ein Lehrer. Ich glaube du hattest dich mit ihm wohlgefühlt und ich hoffe von tiefstem Herzen, dass du noch ein paar schöne Tage mit ihm verbringen konntest.

Für uns warst du nie ein Buch mit sieben Siegeln. Und auch uns hast du verstanden. Man hat immer gemerkt, ob es dir gut oder schlecht ging. Ich hoffe die guten Zeiten haben letztlich die Schlechten überwogen.

Der Anruf über deinen Tod war einer der schlimmsten Momente in meinem Leben. Niemals werde ich das vergessen. Ich glaube, auch für dich war es nicht einfach loszulassen. Ich hätte nie gedacht, dass dein Leben auf diese Weise endet und das ich im Zeitpunkt deines Todes nicht für dich da sein konnte. Am Liebsten wäre ich bei dir geblieben, doch ich hatte Hoffnung, dass ich dich wieder abholen würde. Es fühlt sich so an, als hätten wir dich alleine gelassen in den letzten Stunden deines Lebens.

Du bist alleine gestorben, wenige Kilometer von uns entfernt in der Tierklinik, einem Ort vor dem du Angst hattest. Es tut mir so leid, dass du so etwas Schlimmes in deinen letzten Momenten erfahren und ringen musstest. Ich frage mich, ob ich mehr für dich hätte tun können.

Mein Herz greift verzweifelt nach jeder Erinnerung, um dich im Hier und Jetzt zu halten und nicht an das „gestern“ zu verlieren. Ich halte sie wach indem ich an dich denke, an deine einzigartige Persönlichkeit. Ich schaue mir Fotos an und spreche mit Gabi über dich und wie sehr dir die Dinge gefallen würden, die wir so planen und was du jetzt wohl so machen würdest, wenn du noch hier wärst.

Mein Herz wird schwer, wenn ich daran denke, dass unsere gemeinsame Zeit nun vorüber ist, dass uns keine weitere Minute, Stunde oder Tag mehr bleibt. Es war wirklich eine sehr schöne Zeit. Nichts und niemand kann die Lücke füllen, die du hinterlassen hast.

Seit du weg bist, ist es hier ruhig – zu ruhig. Jedes Mal hast du deinen Hunger lautstark ausgedrückt wenn wir euer Essen zubereitet hatten. Andere hätte das vielleicht gestört, aber uns nicht. Es gehörte dazu, es zeigte, dass du da bist und das alles gut ist.

„Ein jeder hinterlässt Spuren, wenn er aus dem Leben tritt.“

Aus einem Leben muss mehr bleiben als eine bloße Erinnerung. Mein Herz will dich nicht gehen lassen, weil du mir, weil du uns wichtig bist und obgleich es unvermeidlich geschehen ist, so hoffe ich in meinem tiefsten Inneren, dass wir uns nicht zum letzten Mal gesehen haben. Ich werde eines Tages nach deinen Spuren suchen.

Hab keine Angst, du bist nicht allein. Wir sind immer für dich da.

Heute zünden wir für dich eine grüne Kerze an. Grün wie das Gras, das Heu und wie die Decke, die du so liebtest. Und auch grün wie die Hoffnung, dass du nun deinen Frieden an der Seite von Freddy und Brownie gefunden hast, unser kleiner Engel.

In ewiger Liebe,
Gabi, Stefan und Happy

Teddy und Happy (Zeichnug von Gabriele Burger) Creative Commons Lizenzvertrag
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Möge dein Herz jenen Ort der Ruhe finden, gesegnet mit einem Frieden, den die Welt nicht zu schenken vermag.

Irischer Segenswunsch